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IT Gründer brauchen Unterstützung

Es gilt das gesprochene Wort.

Menschenleere Fabriken, papierlose Büros und Laptop-Klassen. Das war unsere Vorstellung früher, wenn wir uns mit der digitalen Zukunft beschäftigt haben. Heute kommt das selbstfahrende Auto, der Computer am und im menschlichen Körper oder die Datenbrille hinzu.

Und wir machen die Erfahrung, dass manche Erfindung schneller verschwindet als sie auftaucht. Dabei wird viel Wissen und Kreativität entwickelt, aber eben auch vernichtet.

Wir messen den Wert einer digital geprägten Welt daran, wie die Lebensbindungen der Menschen verbessert werden. Gute Ausbildung, gute Arbeit und ein gutes Leben im Alter sind unsere Maßstäbe für eine digital geprägte Welt von morgen. Und zwar nicht nur im eigenen Land und in Europa.

Anrede!

Wünsche allein reichen nicht aus, um die Wirklichkeit zu verändern. Wir haben hier im Parlament die Chance und die Pflicht, rechtzeitig, also ab sofort, die notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die elektronische Vernetzung von der Planung bis zur Auslieferung wird die industrielle Produktion weiter rationalisieren. Werkstücke werden durch Chips automatisch gesteuert und fließen fast selbstständig durch die Produktion.

Darum müssen junge Leute anders ausgebildet werden und die älteren Beschäftigten müssen eine Chance haben, sich zu qualifizieren.

Wir brauchen eine Bildungsoffensive, um die digitale Welt zu gestalten. Die Menschen sollen die digitalen Instrumente beherrschen und nicht von ihnen beherrscht werden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Bundesländern mehr Studienplätze in Informatik zu schaffen und angrenzende Disziplinen wie Natur-, Kultur- und Technikwissenschaften auszubauen.

 

Gründer in der digitalen Wirtschaft haben viele gute Ideen und oft nur wenig Geld.

Nötig ist eine gezielte Initiative der Bundesregierung, damit Gründer finanziell auf die Beine kommen. Sie sollen ihre Ideen eigenständig entwickeln können, ohne gezwungen zu sein, sie so schnell es geht, an den nächsten Investor verkaufen zu müssen.

Die Regierungsfraktionen sind in dieser Frage im vergangenen Jahrhundert stecken geblieben.

In den 90er-Jahren sollte Deutschland zu einem führenden Finanzplatz in der Welt gemacht werden. Die Finanzmärkte wurden dereguliert, Hedgefonds und Steuersenkungen für hohe Einkommen sollten Risikokapital lockermachen. Die Internetwirtschaft boomte bis die Dotcom-Blase platzte. Viele junge Unternehmen waren von heute auf morgen vom Geldmarkt abgeschnitten.

Vor gut zehn Jahren aber waren die Fondsgesellschaften schon wieder am Start. Sie versprachen Risikokapital für Ideen, an die sich Banken und Sparkassen nicht rantrauten. Die Bundesregierung unterstützte Risikokapitalisten mit Steuererleichterungen. Doch schon 2008 kam die Stunde der Wahrheit, als die vermeintlichen Geldvermehrungsmaschinen in sich zusammenfielen.

Und heute schon wieder das gleiche Programm:

Der Investitionszuschuss Wagniskapital aus der Regierungszeit Merkel/Rößler soll fortgesetzt und

die Attraktivität des Fondstandortes Deutschland für Wagniskapital erhöht werden,

sogar ein eigenes Börsensegment mit dem Titel Markt 2.0 soll es geben

Dieser Weg ist falsch.

Existenzgründungen brauchen Kapital und kein Risiko. Und die Gründerinnen und Gründer brauchen Sicherheit, um ihre kreativen Ideen in Produkte und Dienstleistungen umsetzen zu können.

Unsere Antworten auf diese Herausforderungen lauten:

Mindestens eine Milliarde Euro jährlich für den Breitbandausbau,

ein Kreditprogramm für private, gemeinwirtschaftliche und kommunale Initiativen für eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser,

Mikrokredite, Förderprogramme mit dem Schwerpunkt Teamgründungen und die stärkere Förderung von Frauen am Gründungsgeschehen.

Soziale Gerechtigkeit in der digitalen Welt bedeutet für uns Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Sicherheit.