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Ryanair-Krise ist Krise der Luftfahrtindustrie

Ryanair muss Flüge absagen, weil das Personal im mehrfacher Hinsicht am Limit ist. Dazu erklärt
Herbert Behrens, in der jetzt zuende gehenden 18. Wahlperiode für die Linksfraktion verantwortlich für
Fragen des Luftverkehrs:

„Der ständige Austausch der Ryanair-Belegschaft und die jetzt entstehende Personalnot hat ihre
Ursache in den schlechten Arbeitsbedingungen für die Piloten, sagen Insider. Vom Kabinenpersonal
wollen wir gar nicht erst reden. Direkte und indirekte Subventionen machen das Fliegen billig. So wird
ein verkehrs- und umweltpolitisch fragwürdiger Massenmarkt im Luftfahrsektor geschaffen.
Das Wachstum im Luftverkehr ist auf Sozialdumping aufgebaut. Billigtickets unterhalb vom
Selbstkostenpreis haben ihren Preis. Dieser setzt sich zusammen aus Arbeitsverträgen für Tagelöhner
(Pay per Flight), Drücker-Kolonnen in der Kabine (Bezahlung nach Umsatz in der Kabine) und Billig-
Tarife für die Beschäftigten bei den Bodendiensten. Die Bundesregierung packt ihren Anteil oben
drauf: Die Luftverkehrssteuer soll fallen, der Treibstoff ist weiterhin steuerfrei und internationale Flüge
bleiben befreit von der Mehrwertsteuer.

Die Krise in der Luftfahrindustrie wird sicher weiter verschärfen, wenn beim Zerschlagen der Air Berlin
Billigheimer zum Zuge kommen.

DIE LINKE will den extrem umwelt- und gesundheitsschädlichen Luftverkehr begrenzen.
Umweltfreundliche Verkehrsträger wie die Bahn müssen bessergestellt, mindestens aber gleichstellt
werden. Auch der von manchen befürchtete Engpass beim Berliner Flughafen BER nach seiner
Fertigstellung wird durch den öffentlich subventionierten Dumping-Wettbewerb in der Luft künstlich
herbeigeführt.

Die Zahl der Inlandsflüge kann bereits heute drastisch reduziert werden. Das bestätigt die die Antwort
auf unsere Kleine Anfrage an die Bundesregierung (Drs.-Nr. 18/13587):
,Von Zielen, die mit der Bahn ab Berlin Hauptbahnhof heute in höchstens sechs Stunden erreichbar
sind, fanden 26 889 Flüge nach Berlin-Tegel im Jahr 2015 und 26 724 im Jahr 2016 statt. Dies machte
jeweils einen Anteil von 30 Prozent am gesamten Flugaufkommen aus.‘“

Rückfragen: Herbert Behrens, 0171 3630913