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Kein neues Milliardengrab in der Ostsee!

Nach jahrelangen Bauverzögerungen, Kostensteigerungen in Milliardenhöhe und Unklarheit bei der Finanzierung wächst nun auch in Dänemark die Kritik an der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ). In dieser Woche haben sich dänische Verkehrspolitiker kritisch zur FFBQ geäußert. Darunter waren auch Vertreter zweier Parteien, die die Minderheitsregierung stützen. Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt versucht nun, die Gemüter in Christiansborg zu besänftigen.

„Unter der Oberfläche kocht auch in Dänemark der Unmut über die Kosten der Festen Fehmarnbeltquerung hoch“, so der Obmann der Linksfraktion im Verkehrsausschuss des Bundestages, Herbert Behrens. „Obwohl sogar der Finanzminister Claus Hjort Frederiksen im August letzten Jahres nach kritischen Äußerungen zurückgepfiffen wurde, trauen sich jetzt mehr Verkehrspolitiker, öffentlich Kritik am Mega-Projekt zu üben.“

„Ob die neuen Kostenschätzungen Bestand haben, werden wir erst wissen, wenn die Studie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird“, so der Verkehrsexperte weiter. „Negativ fällt auf, dass die Kosten in Höhe von 1,27 Milliarden für den Ausbau der Eisenbahnstrecke von Ringsted nach Rodby nicht vorab budgetiert, sondern ausschließlich mit Mautgebühren finanziert werden sollen.“

Behrens weiter: „Wenn sich die unbelehrbaren Verfechter des Mega-Projekts durchsetzen sollten, werden wieder einmal Planungsressourcen für eine sinnvolle Ertüchtigung der bestehenden Verkehrsverbindung vergeudet. Noch ist nichts in der Ostsee versenkt worden, die Ausstiegskosten sind überschaubar. Die Feste Fehmarnbeltquerung muss jetzt gestoppt werden!“

Hintergrund:

Bisher ist auf dänischer Seite für den Bau der Tunnelvariante ein Budget von 7,4 Milliarden Euro vorgesehen. Auf Drängen der dänischen Politik hat der Projektträger Femern A/S nun eine Senkung von 400 Millionen für den Tunnelbau ausverhandelt. Nach einer von Femern A/S in Auftrag gegebenen Studie von Ernst & Young sollen die Kosten mitttels Bauzeitverlängerung um zwei Jahre gesenkt werden können. Nach Angaben der Bundesregierung soll der Bau der deutschen Hinterlandanbindung 2,2 Milliarden Euro kosten.