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DIE LINKE lud zum Infoabend über die Verkehrslage in Scharmbeckstotel

Seit Jahrzehnten warten die Anwohner der B74 in Scharmbeckstotel auf eine deutliche
Verkehrsentlastung. Ob die Umgehung „B74n“ wirklich das Allheilmittel ist oder ob es Alternativen gibt, wurde am Dienstag im „Weißen Schwan“ hinterfragt. Eingeladen hatte der hiesige Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens (DIE LINKE). 45 Gäste waren gekommen, um ihre Ideen einzubringen.

Die B74n steht mit „vordringlichem Bedarf“ im neuen Bundesverkehrswegeplan. Behrens, der seit 2009 im Verkehrsausschuss des Bundestages sitzt, warnte jedoch vor Illusionen. Die Erfahrung zeige, dass die Umsetzung noch viele Jahre oder gar mehr als ein Jahrzehnt dauern könne. Die Aussagen seiner Bundestagskollegen Mattfeldt (CDU) und Jantz (SPD) zu einem baldigen Baustart seien vor diesem Hintergrund leere Versprechen.

Behrens warb dafür, den Bau der B74n durch zeitnah realisierbare Alternativen überflüssig zu machen. Ein Großteil der täglich 20.000 Fahrzeuge in Scharmbeckstotel gehört Pendlern aus Osterholz-Scharmbeck und dem Nordkreis. Mit einer Förderung des ÖPNV könnte die Fahrzeugdichte reduziert werden, meinte Behrens.

Potenzial sieht der Linkspolitiker bei der Optimierung der Zugtakte. Die Aufstockung
von zwei auf drei Verbindungen pro Stunde in Osterholz-Scharmbeck und von einer auf zwei
in Ritterhude, Oldenbüttel, Lübberstedt und Stubben sei möglich. Versammlungsteilnehmer
erinnerten an einstige gute Busverbindungen zwischen Osterholz-Scharmbeck, Bremen und
Bremen-Nord.

Bauliche Veränderungen und die Einführung von Tempo 30 könnten außerdem manchem
Autofahrer die Durchfahrtslaune vergrämen. Auf der B74 fahren zahlreiche Mautpreller,
vermuten die Anwohner. Mit der Ausweitung der Lkw-Maut auf die Bundesstraßen ab 2018
werde die Strecke für diese Klientel unattraktiv, so Behrens.

Zur Sprache kam auch der miserable Zustand der Radwege in Scharmbeckstotel. Die Wege
müssen dringend saniert und verbreitert werden, so die Forderung. Es komme häufig zu
brenzligen Situationen, weil der Radweg nur auf einer Straßenseite durchgängig verlaufe.
Um die Überquerung der B74 zu vermeiden, radeln viele regelwidrig auf der falschen
Straßenseite.

Die Trasse der B74n würde ein Naturschutzgebiet zerstören. Umweltschützer und vom
Verkehr Betroffene sollten sich aber nicht gegeneinander ausspielen lassen, meint Behrens.
„Es geht beides: Umweltschutz und Ruhe für die Anlieger.“