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Deutsche Bahn leugnet Vernachlässigung der Fehmarnsundbrücke

Die Bahnstrecke Lübeck-Puttgarden soll zwischen 2021 und 2024 ab Neustadt gesperrt werden. Das geht aus einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums an den Rechnungsprüfungsausschuss zum Ausbau der Hinterlandanbindung für die Fehmarnbeltquerung hervor. Darin bestreitet die Deutsche Bahn gegenüber dem Ministerium, die Fehmarnsundbrücke bewusst vernachlässigt zu haben, um den Bau einer neuen Brücke voranzutreiben und somit eigene Kosten zu sparen.

„Ein Blick auf die Ausgaben der Deutschen Bahn für die Instandhaltung bestätigt aber diesen Verdacht“, sagt Herbert Behrens, Obmann der Linksfraktion im Verkehrsausschuss des Bundestages. „So hat die Bahn im Jahr 2000 Rostschäden festgestellt, aber den Korrosionsschutz nicht erneuert. Und obwohl der Konzern 2012 einen Instandhaltungsbedarf von 21 Millionen Euro für erforderlich hielt, investierte er zwischen 2000 und 2011 weniger als 100.000 Euro jährlich. Dazu kamen Reparaturen für knapp 2,5 Millionen Euro, für den Zeitraum 2016 bis 2020 sind Instandhaltungen in Höhe von 5,9 Millionen Euro geplant. Für eine vollständige Sanierung fehlen also noch rund elf Millionen Euro.“

„Die Feste Beltquerung ist bereits vor Baubeginn das teuerste Infrastrukturprojekt Europas und weder volkswirtschaftlich noch verkehrstechnisch zu rechtfertigen“, so Behrens weiter. „Statt ein Milliardengrab in der Ostsee fordert DIE LINKE eine vollständige Instandhaltung der alten denkmalgeschützten Brücke.“