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Aufarbeitung des Abgasbetrugs fortsetzen!

Wieder einmal ist es ein Kronzeuge, der die mühsam aufgebaute Verteidigung der Verantwortlichen im VW-Konzern ins Wanken bringt. Die Aussage: Winterkorn habe vor dem 18. September 2015 von der illegalen Abschalteinrichtung gewusst. Das ist für die Aktienbesitzer von Bedeutung, denn sie wollen Schadensersatz. Ein festgenommener früherer Motorenentwickler soll an dem Abgasbetrug bei Audi-Fahrzeugen auf dem nordamerikanischen Markt beteiligt gewesen sein. Von ihm werden in dieser Woche Aussagen erwartet. Winterkorn stritt im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages ab, vor dem 18. September 2015 vom Einsatz der Betrugssoftware gehört zu haben.Dazu erklärt Herbert Behrens, früherer Vorsitzender des Abgasuntersuchungsausschusses:

„Winterkorn war bei seiner Aussage am 19. Januar 2017 nicht glaubhaft. VW war von der kalifornischen Umweltbehörde CARB das ganze Jahr 2014 aufgefordert worden, die extremen Abweichungen bei den NOx-Werten zu erklären. ‚Wir kamen irgendwann zu der Überzeugung, dass sie einfach mauerten‘, sagte uns die CARB-Chefin Mary Nichols im Ausschuss. Im Dezember 2014 erklärte sich VW laut Aussage von Winterkorn bereit, im Rahmen einer ohnehin für Dezember 2014 geplanten Servicemaßnahme für den nordamerikanischen Markt eine Neukalibrierung der Dieselmotoren vom Typ 189 der ersten und zweiten Generation vorzunehmen‘. Ein Konzernchef kann doch nie und nimmer von sich behaupten, das Ganze nur registriert zu haben, ohne sich die Hintergründe und Details erklären zu lassen. Mir erscheint deshalb die Aussage des Zeugen, Winterkorn und Diess im Juli 2015 detailliert informiert zu haben, sehr glaubwürdig.“