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Treffen mit Oldenburger Bahninitative

Am Mittwoch traf Herbert Behrens  Vertreter der Oldenburger Bahninitiative IBO. Ein Thema waren neue Beeinträchtigungen der Lebensqualität durch die Güterzüge. Denn seit der Umstellung auf leisere Kunststoffverbundbremsen stinkt es vor ihrer Haustür. 

Üble Dämpfe beim Bremsen

„In Oldenburg stehen die Häuser der Bahnanlieger wenige Meter vom Bahndamm entfernt. Die Geruchsbelästigung ist so stark, dass die Anwohner sich im Sommer beim scharfen Abbremsen der Güterzüge in ihre Häuser flüchten müssen. Bei Sonnenlicht wird sichtbar, dass dabei Dämpfe entstehen. Wir befürchten, dass diese gesundheitsschädlich sind“, sagt Christian Röhlig, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative IBO. „Die Zusammensetzung der Bremsen rücken die Hersteller bisher nicht heraus“, so  Behrens. „Die Hersteller müssen bei der Zulassung nur erklären, dass sie weitestgehend auf schädliche Stoffe verzichten und das beim bestimmungsgemäßen Gebrauch keine gefährdenden Gase freigesetzt werden.“ Derzeit werde kein objektives Verfahren zur Untersuchung der Stoffemissionen angewandt . „Der Hersteller soll nicht gleich sein Patentrezept verraten, aber wir wollen sicher gehen, dass keine schädlichen Stoffe frei werden.“  Der Verkehrspolitiker sagte der Bürgerinitiative zu, noch einmal bei Bundesregierung und Bahn nachzubohren.

Lärmaktionsplan Bund

Für Gesprächsstoff sorgte auch der Lärmaktionsplan des Bundes. Mit einem Fragebogen wollte das Eisenbahnbundesamt (EBA) herausfinden, wo sich die Anwohner von Schienenwegen am stärksten durch Lärm belästigt fühlen. „Auf Grund mangelhafter Antwortmöglichkeiten ist der Fragebogen nicht geeignet, ein objektives Bild der Anliegen der Bahnanwohner zu geben“, kritisieren die IBO-Mitglieder.  Auch die Auswertungskriterien seien intransparent.  Auch andere Effekte des Schienenlärms, etwa Erschütterungen, müssten abgefragt werden. „Beteiligungsverfahren müssen gewissenhafter und ergebnisoffen gestaltet werden“, meint Behrens. „Wenn die Bürgerinnen und Bürger sich nicht ausreichend berücksichtigt fühlen, führt das zu Politikverdrossenheit. Wir fordern wissenschaftlich und unabhängig von der planenden Institution durchgeführte Beteiligungsverfahren.“