
„Ich hatte die Gelegenheit, zum Zeitpunkt der Grünen Woche nach Berlin einzuladen“, so Herbert Behrens. „Ich habe mich für die Landfrauen entscheiden, die in ihrem Verband eine ausgesprochen vitale Interessenvertretung für die Frauen im ländlichen Raum leisten. Sie konnten von den Themen der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft besonders profitieren.“ Über 40 Landfrauen aus Schwanewede, Osterholz-Scharmbeck, Ritterhude und Grasberg folgten der Einladung des Bundestagsabgeordneten.
Die Gäste aus Norddeutschland blickten hinter die Kulissen von Regierung und Parlament. Von der Besuchertribüne des Deutschen Bundestag verfolgten die Landfrauen eine leidenschaftliche Debatte zur Offenlegung von Geheimdienstakten aus der Nachkriegszeit. Zudem sprachen sie mit Herbert Behrens über den Abgeordnetenalltag in Berlin, die Einflussmöglichkeiten als Oppositionspolitiker und die soziale Lage im ländlichen Raum.
Geklärt wurde beispielsweise, warum der Plenarsaal während vieler Debatten nur leidlich gefüllt ist. Behrens räumte ein, dass die leeren Sitzreihen auf viele Bürger einen schlechten Eindruck machten. Die Abwesenheit bedeute jedoch nicht, dass die Abgeordneten auf der faulen Haut lägen. Ein großer Teil der politischen Arbeit laufe in Ausschüssen, Arbeitskreisen und in Gesprächen, wie beispielsweise mit Besuchergruppen. Außerdem seien Laptops oder Mobiltelefone im Plenarsaal unerwünscht. Offen beantwortete Herbert Behrens Fragen nach seinem Einkommen als Abgeordneter und den Einflussmöglichkeiten eines Oppositionspolitikers. „Auf längere Sicht kann man auch aus der Opposition heraus Fortschritte erreichen. Unsere andauernde Kritik am Afghanistankrieg, der Rente erst ab 67 oder dem Sozialabbau in unserem Land hat die Positionen der anderen Parteien im Bundestag verändert," meinte der Abgeordnete der Linksfraktion zuversichtlich.
Der Osterholzer Parlamentarier erörterte mit seinen Gästen außerdem eine vom Bundesverband der Landfrauen veröffentlichte Studie zur „sozialen Lage“ im ländlichen Raum. Demnach sind die Einkommensunterschiede in der Landwirtschaft noch gravierender als in anderen Branchen, Frauen verdienen rund 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die Landfrauen besuchten neben dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung auch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Dort standen vor allem die Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen im Mittelpunkt. Konkrete Besucherfragen wurden nur unzureichend beantwortet.
Tief ergriffen zeigten sich die Landfrauen nach dem Besuch des „Denkmals für die ermordeten Juden Europas“. Eine „politische Stadtrundfahrt“ rundete den Berlinbesuch ab.
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